Das unvorstellbare Grauen: Der Prozess gegen den Pädokriminellen Chirurgen Joël Le Scouarnec beginnt

Der Name Joël Le Scouarnec steht für ein Verbrechen von unfassbarer Dimension. Ein Mann, der sich das Vertrauen von Eltern und Kindern erschlich, um dann das Unaussprechliche zu tun.

Am Montag begann in Vannes der Prozess gegen den 74-jährigen ehemaligen Chirurgen, dem vorgeworfen wird, sich an nicht weniger als 299 jungen Opfern vergangen zu haben. 299 Leben, die für immer gezeichnet sind. 299 Schicksale, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Und die grausame Frage bleibt: Wie konnte das so lange unbemerkt bleiben?

Ein Mann, der sich für unantastbar hielt

Le Scouarnec genoss es, im Fernsehen Berichte über andere Pädokriminelle zu verfolgen. Er betrachtete sie nicht mit Abscheu, sondern mit einem verständnisvollen Blick – als wären sie Leidensgenossen, Gleichgesinnte. Doch in einem Punkt sah er sich ihnen überlegen: Er würde niemals erwischt werden. So war seine Arroganz, seine Selbstsicherheit, die sich in jedem Detail seiner kaltblütigen Aufzeichnungen widerspiegelte. Denn ja, er schrieb alles nieder. Minutiös führte er Tagebücher über seine abscheulichen Taten, als seien sie nichts weiter als belanglose Notizen.

Ein System des Versagens

Jahrzehntelang konnte Le Scouarnec sein Doppelleben führen. Keine Pflegekraft, kein Kollege, kein Elternteil schlug Alarm. Ein Kinderschutzsystem, das an sich selbst scheiterte. Und so konnte er seine „Karriere“ unbehelligt fortsetzen, unbehelligt weitere Opfer finden. Ein Raubtier im Arztkittel.

Erst 2017, kurz vor seiner Pensionierung, flog er auf. Doch das Ausmaß seines Grauens wurde erst mit der Zeit deutlich. Als die Ermittler in seine Vergangenheit eintauchten, stießen sie auf eine unfassbare Zahl von Opfern. Kinder im Durchschnittsalter von 11 Jahren. Die Frage, die sich jeder stellt: Wie konnte dieser Mann jahrzehntelang so viele Leben zerstören, ohne dass jemand ihn stoppte?

Die Schatten über Frankreichs Institutionen

Der Fall wirft dunkle Schatten auf das französische Gesundheits- und Justizsystem. Während die Klinik Sacré-Cœur, in der er ab 1994 arbeitete, mittlerweile geschlossen ist, bleibt die Erinnerung an die Zeit eine offene Wunde. Hätte man ihn früher stoppen können? Hätte eine einzige Meldung, eine einzige Anzeige ausgereicht, um hunderte von Kindern zu bewahren?

Nun beginnt der Prozess – und mit ihm die schmerzvolle Aufarbeitung eines Versagens, das niemals hätte passieren dürfen. Für die Opfer, für die Gesellschaft, für die Zukunft.

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MARA

Mir fällt dazu nichts ein zu schreiben was nicht strafrechtlich relevant wäre……

MARA

Was ich darüber denke kann ich nicht schreiben…

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