Das Gespräch der Weltmächte – eine Analyse von Alexander Dubowy

Alexander Dubowi ist ein anerkannter Experte im Bereich internationale Beziehungen und Geopolitik, der regelmäßig tiefgreifende Analysen zu aktuellen globalen Konflikten und politischen Entwicklungen bietet. In seinem jüngsten Artikel beleuchtet er das Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem US-Präsidenten Donald Trump am 18. März 2025. Dabei untersucht er die unterschiedlichen Verhandlungstaktiken beider Seiten und die daraus resultierenden strategischen Ziele.
Dubowi zieht drei zentrale Erkenntnisse aus dem Gespräch: Putins gewohnte Verzögerungstaktik, die Ablehnung einer langfristigen Waffenruhe und die fortwährende russische Strategie, den Dialog mit den USA als Druckmittel zu nutzen, während die Ukraine weiterhin im Hintergrund bleibt. Der Artikel schließt mit einem kritischen Blick auf die US-amerikanischen Möglichkeiten, den Kreml zu einem Kurswechsel zu bewegen, und thematisiert die Begrenztheit der US-Politik in Bezug auf die Ukraine.
Putins Verzögerungstaktik versus Trumps Charmeoffensive: Drei zentrale Erkenntnisse aus dem Trump-Putin-Telefonat vom 18.03.2025
1. Kein Durchbruch, aber beachtenswerte Ankündigungen
Ungeachtet großer Erwartungen und schlimmer Befürchtungen brachte das Telefonat keinen Durchbruch. Erneut wurde deutlich, dass Moskau in den zentralen Fragen nicht kompromissbereit ist. Abseits diplomatischer Floskeln gab es jedoch einige beachtenswerte Ankündigungen [darunter, Gefangenenaustausch (175 gegen 175), Errichtung einer in Riad angekündigten bilateralen Expertengruppen über den Ukrainekrieg zwischen den USA und Russland sowie Aufnahme von Gesprächen über sichere Schifffahrt im Schwarzen Meer] sowie zwei wesentliche Ergebnisse, welche die Verhandlungstaktiken beider Seiten zu bestätigen scheinen.
2. Putins Verzögerungstaktik: 30 Tage Verzicht auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur
Das Hauptergebnis des Gespräches besteht in der Bereitschaft Putins, einem 30-tägigen gegenseitigen Verzicht auf Angriffe gegen die Energieinfrastruktur zuzustimmen. Dies ist Putins bewährte Verzögerungstaktik: eine Scheinkompromissbereitschaft, die darauf abzielt, Trump von seinem vermeintlichen guten Willen zu überzeugen, ihn stärker in den Verhandlungsprozess einzubinden und den Druck auf Kyjiw zu erhöhen. Ein Durchbruch ist es nicht – schließlich wurde zwischen der Ukraine und Russland bereits in jüngerer Vergangenheit über ähnliche Vereinbarungen gesprochen. Sehr gut möglich, dass auch dieser Vorschlag mit der Ukraine im Vorfeld abgesprochen wurde.
3. Putin lehnt eine 30-tägige Waffenruhe erneut ab
Eine 30-tägige Waffenruhe lehnte Putin faktisch erneut ab. Er verwies auf „eine Reihe wesentlicher Punkte“, die noch offen seien, und begründete seine Bedenken abermals mit der angeblichen „potenziellen Wortbrüchigkeit Kyjiws“. In den vergangenen Tagen forderten mehrere hochrangige Vertreter des russischen Regimes, dass im Falle einer Waffenruhe sämtliche Waffenlieferungen sowie Geheimdienstinformationen an die Ukraine ausbleiben müssen. Es ist anzunehmen, dass auch diese Punkte heute diskutiert und von Trump abgelehnt wurde. Trotz der für die Ukraine und Europa verstörend freundlichen Rhetorik des Weißen Hauses gegenüber dem Kreml bleiben die USA in den entscheidenden Fragen offenbar standhaft.
Fazit: Keine friedliche Lösung in Sicht
Eine friedliche Lösung des Ukrainekrieges oder auch nur eine kurzfristige Waffenruhe ist nicht in Sicht. Putin verfolgt weiterhin das Ziel, die gesamte Ukraine unter seine Kontrolle zu bringen und die europäische Sicherheitsordnung grundlegend neu zu gestalten. An den russischen Forderungen hat sich nichts geändert.
Für den Kreml steht die Aufhebung der internationalen Isolation und eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu den USA im Vordergrund – nicht jedoch ein schnelles Kriegsende. Vielmehr betrachtet Putin den Ukrainekrieg als essenzielle Voraussetzung für den Dialog mit Washington. Das Versprechen eines Kriegsendes hält er Trump dabei wie eine sprichwörtliche Karotte vor die Nase, um ihn in Verhandlungen zu halten.
Der Kreml will die direkten Gespräche mit dem Weißen Haus nutzen, um über die Köpfe der Ukraine und des geeinten Europas hinweg auf Augenhöhe mit den USA zu verhandeln – mit dem Ziel, die gesamteuropäische und globale Sicherheitsordnung im Sinne russischer Interessen neu zu definieren.
Es bleibt abzuwarten, ob und in welchem Maße Donald Trump Putins Verzögerungstaktik durchschaut. Washingtons Einflussmöglichkeiten, Moskau zu einem Einlenken zu bewegen, sind begrenzt – insbesondere fehlen kurzfristig wirksame Hebel. Derzeit verbleibt Washingtons Charmeoffensive gegenüber dem Kreml weitgehend auf Rhetorik und Symbolpolitik (Sinnbild: Eishockey-Spiele zwischen NHL und KHL, aber keine Aufhebung oder auch nur eine Lockerung von Sanktionen) beschränkt – doch kann sich das jederzeit ändern. Die Gretchenfrage bleibt die US-Bereitschaft, die Ukraine mittel- bis langfristig mit Waffenlieferungen und Geheimdienstinformationen zu unterstützen.
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