Wo BAWAG P.S.K. draufsteht ist Menschlichkeit drinn

Im Jahre 2016 waren in Österreich mehr als 38.000 Menschen obdachlos gemeldet, man geht sogar davon aus, dass die Dunkelziffer mehr als doppelt so hoch gerechnet werden kann.

Trotz einer großen Anzahl von Hilfsorganisationen wie zB.:
Arbeiter Samariter Bund, Arge Sozial, Augustin, Caritas und viele mehr gibt es alleine in Wien hunderte akut Obdachlose. Das sind jene Obdachlosen die aufgrund verschiedener Faktoren keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, jedoch auch solche mit Anspruch, die wegen Schamgefühlen oder Angst, in keinem Obdachlosenheim leben wollen. Diese armen Menschen leben teils schon viele Jahre auf Österreichs Strassen und gehören für die meisten leider schon zum Stadtbild.


 

Ein Teil der Obdachlosen schläft nicht nur im Freien, sondern sucht sich vor allem im Winter den Schutz in verlassenen Häusern – die oft nicht mehr sicher sind – , unter Brücken oder in öffentlichen Gebäuden in die sie irgendwie Zutritt erlangenEinige von ihnen sieht man auch hin und wieder in den Foyers der verschiedenen Banken. obdachlosSie kauern irgendwo in den Nischen und Ecken bei den wärmenden Automaten und versuchen so die kalten Winternächte zu überstehen. Leider missbraucht eine Minderzahl die Räumlichkeiten oft für ihre Erleichterung oder zum Betteln bei eintreffender Kundschaft, was man menschlich gesehen auch verstehen kann.

Die Banken haben zum Einen die Pflicht, Personen ohne Geschäftstätigkeit des Nächtens aus den Foyers zu verweisen und andererseits auch auf die Sicherheit ihrer Kunden zu achten.

Die BAWAG P.S.K. hat im Winter 2016/2017 einen anderen Weg eingeschlagen, Kunden können in Ruhe ihre Geschäfte erledigen, den Obdachlosen wird so gut es geht geholfen.

Die Sicherheitszentrale welche in ganz Österreich rund um die Uhr die Bankfilialen überwacht startete letzten Winter diesen Pilotversuch und entsendete, sobald sie einen schlafenden Obdachlosen entdeckte, nicht nur den Alarmfahrer einer beauftragten Sicherheitsfirma, sondern meldete dieses Schicksal gleichsam beim Caritas Kältetelefon.

Die Anfahrten wurden so koordiniert, dass die Caritas sowie der Alarmfahrer ungefair zum selben Zeitpunkt eintrafen,  einigen Obdachlosen konnte auf diesem Wege geholfen werden.


Wir haben mit dem Mitarbeiter Alexander T. sowie dem
Leiter der Sicherheitsabteilung Gerald F. gesprochen.

Blue Austria: Hr. Alexander T. wie kamen sie auf die Idee im letzten Winter das Kältetelefon zu benachrichtigen?

Alexander T.: Wir müssen darauf achten dass unsere Kundschaft ungestört ihre Bankgeschäfte erledigen kann. Leider müssen wir im Schnitt 50-70 mal über den Winter Obdachlose aus den Foyers verweisen. Menschlich gesehen ist das eine Tragödie und schmerzt jedesmal, da man sich denkt „was macht der arme Mensch nun da draußen in der Kälte“

Blue Austria: Baut man da mit der Zeit irgendwie einen Bezug zu den Obdachlosen auf?

Alexander T.: Ja, mit der Zeit kennt man seine Pappenheimer, man weiß dann schon wann wer in welche Filiale kommt, wo sein Lieblingsplatz für ein Nickerchen ist und auch welche Eigenheiten er mitbringt. Man sieht Menschen jeden Alters. Dieses Jahr vermissten wir einen alten Herrn, der sich die letzten Jahre immer in unseren Foyers aufgewärmt hat. Da bekommt man dann schon eine große Befürchtung dass er dieses Jahr nicht mehr überlebt hat.

foyer

Blue Austria: Hr. Gerald F., aus welchem Grund werden die Foyers nachts bewacht, es kommen doch eh nur erfasste Personen mit Karte in den Bereich?

Gerald F.: Ja, der Zutritt in unsere SB-Foyers wird über unser Zutrittskontrollsystem via Bankkarte geregelt. Leider kann damit das „Nachgehen“, wenn ein berechtigter Kunde das SB-Foyer verlässt, von unberechtigten Personen nicht verhindert werden.
Dadurch kommt es immer wieder zu Kundenbeschwerden, das In den SB-Foyers Personen aufhältig sind, die keine Bankgeschäfte durchführen. Diese Standorte werden dann zusätzlich in den Nachtstunden überwacht.

Blue Austria: Gab es bereits Beschwerden bezüglich schlafender oder obdachloser Personen in den Foyers?

Gerald F.: Ja, das ist eine Art der Kundenbeschwerde. Wobei die Obdachlosigkeit der Personen nicht immer von den Kunden erkannt wird.
Zum einen sind es erschrockene Kunden durch die regungslos zwischen den Geräten oder Nischen am Boden liegende Personen und zum anderen Kunden, die von den überwiegend alkoholbeeinträchtigten Personen angepöbelt, angeschnorrt und letztlich beleidigt oder auch bedroht wurden.

Blue Austria: Liegt der hauptsächliche Grund an Verschmutzungen oder dergleichen, bzw. wodurch kommt es zu den meisten Wegweisungen?

Gerald F.: Die Verschmutzung der Räumlichkeit, wenn das SB-Foyer als Bedürfnisanstalt verwendet wird, und der Vandalismus an den Geräten durch div. Flüssigkeiten, ist überwiegend das Problem wo die Wegweisung und auch behördliche Schritte gesetzt werden müssen.

Blue Austria: Finden sie die Beiziehung des Caritas Kältetelefons für die richtige Lösung?

Gerald F.: Absolut, hierfür hat sich die enge Zusammenarbeit der handelnden Personen, zum einem unsere internen Sicherheitsmitarbeiter und zum anderen unsere externen Sicherheitsmitarbeiter vor Ort, bewährt.
Mit Ihrer Erfahrung im Umgang mit Menschen und die dadurch erworbenen Menschenkenntnis, ist die Trennung zwischen „Spreu und Weizen“ möglich und sodann auch angepasste Handlungen zu setzten. Diese soziale Kompetenz hat dann dazu geführt, das den hilfsbedürftigen Personen, zielgerichtet Unterstützung über das Kältetelefon der Caritas verschafft werden konnte.

Blue Austria: Es ist toll den armen Menschen gleich eine Unterstützung / Hilfe mitzuschicken, denken sie dass genug geholfen werden kann und in Zukunft weniger Menschen die Foyers als Schlafstelle benutzen?

Gerald F.: Ich denke ja, dass ist ein Ziel mit dieser Maßnahme, nämlich die vorhandenen Einrichtungen hilfsbedürftigen Menschen auch näher zu bringen und über diesen Organisationen evtl. einen nächsten Schritt zu setzten, um diesen Menschen aus Ihrer prekären Lebenssituation heraus zu helfen.

Blue Austria: Hr. F., eine letzte Frage. Werden sie und ihr Team diesen Weg so weitergehen um den Obdachlosen mit Hilfe der Caritas vor allem im Winter zu helfen?

Gerald F.: Definitiv werden wir hier weiter unseren Beitrag leisten und im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützend helfen.
Ich bin auch überzeugt, dass meine Kollegen den einen oder anderen Vorschlag erarbeiten werden, der diesen eingeschlagenen Weg der Menschlichkeit uns noch weiter gehen lassen wird.

Dafür gibt es von uns ein Daumen hoch!

PS: Sollten sie Hilfe benötige oder schlafende Personen vorfinden, können sie sich jederzeit mit dem Foyertelefon an die Sicherheitszentrale wenden.

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